Magen-Darm-Trakt


Grunduntersuchung



Die körperliche Untersuchung erfolgt bei liegendem Patienten und entkleidetem Oberkörper.

Funktionsuntersuchung



Der Wasserstoffatemtest oder H2-Atemtest (wird seit 1969 eingesetzt ) ist ein spezieller Atemgastest. Diese wenig belastende medizinische Diagnosemethode dient zur Erkennung von verschiedenen Syndromen des Magen-Darm-Traktes bei Beschwerden wie chronischem Durchfall, Bauchschmerzen und anderen Beschwerden im Bauchraum. Erkannt werden können damit auch relativ häufig vorkommende Ursachen wie Laktoseintoleranz und Fruktoseintoleranz!

Das Prinzip

Der Test beruht auf der Messung der Konzentration des Wasserstoffs = H2 in der Ausatemluft. Wasserstoff entsteht bei jedem Menschen nur durch bakterielle Zersetzung. Sofern keine Fehlbesiedlung des Dünndarms vorliegt, findet eine solche bakterielle Zersetzung von Kohlenhydraten (beispielsweise Zucker und Zuckeralkohole) nur im Dickdarm statt. Dieser Wasserstoff wird aus dem Dickdarm in das Blut aufgenommen und über die Lunge abgeatmet. Die Menge des aufgenommenen und anschließend abgeatmeten Wasserstoffs ist abhängig von der Menge der Kohlenhydrate, die in den Dickdarm gelangen. Dieser Umstand wird diagnostisch genutzt: Der Patient erhält eine standartisierte Testlösung (z. B. Laktose oder Fruktose). Der Wasserstoff in der Ausatemluft wird vor und nach dem Trinken in bestimmten Abständen gemessen.

Die Testlösung erreicht zunächst den Dünndarm. Der Dünndarm ist normalerweise kaum mit Bakterien besiedelt, so dass hier kein Anstieg der H2-Werte erfolgt. Wird ein Teil der Kohlenhydrate im Dünndarm nicht resorbiert, erreicht dieser Teil nach etwa einer Stunde (die genaue Passagezeit kann durch einen Lactuloseatemtest bestimmt werden, da Laktulose nicht resorbiert wird) den Dickdarm, wo H2 gebildet wird, und über die Atemluft nachweisbar ist.